Der Mensch und seine Psyche

Mann läuft auf der Straße
Nicolas
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Hallo liebe Leser und Willkommen auf meinem Blog zum Thema mentales Training und Stärke. Schon lange habe ich mir die Frage gestellt, was das Leben alles zu bieten hat und es ist einfach unglaublich, welche Möglichkeiten sich einem ergeben können. Nun wünsche ich euch viel Spaß auf meinem Blog.
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Die Psychographie und das vier Farben Modell der Psychologie

Jeder Mensch ist anders. Oft merkt man nach wenigen Sekunden schon, ob man mit einer Person zurechtkommt oder einfach nicht „zusammenpasst”. Der Umgang mit anderen Menschen ist wichtig und nicht immer leicht, ob im privaten oder beruflichen Umfeld. Eine gute Einschätzung des Gegenübers sowie seine Vorstellungen oder Handlungsmuster helfen in einem sicheren Umgang miteinander. Um besser herausfinden zu können, wie ein anderer Mensch tickt und welche Persönlichkeitsmerkmale eng miteinander zusammenhängen, wurden viele verschiedene Typenlehren entwickelt. So hat bereits Hippokrates in der Antike die Vier-Säfte-Lehre eingeführt. Angewendet solle die Typenlehren helfen dein Gegenüber zu lesen. Im Folgenden bekommst du einen Einblick in die Typenlehren der Psychographie und des vier Farben Modells.

Woher kommt der Begriff Psychographie und was bedeutet er?

Sozialpsychologie Gordon W. Allport prägte den Begriff „Psychographie” bereits in der Mitte des letzten Jahrhunderts. Jedoch fand seine Methode zur psychologischen Diagnostik keine nachhaltige Aufmerksamkeit. Erst als ihn Dietmar Friedmann in den neunziger Jahren wieder für die Entwicklung seiner Typologie aufgriff, wurde der Begriff wieder in das Gedächtnis zurückgerufen.

Die Grundannahme der psychographischen Denkweise besteht darin, dass die menschliche Psyche aus drei Lebensbereichen besteht: Denken, Fühlen und Handeln. Dabei spezialisiert sich jeder Mensch bereits früh in seinem Leben auf einen bestimmten Bereich, weshalb mindestens einer der anderen beiden Bereiche eher vernachlässigt werden.

Der Sachtyp, bei dem der Bereich des Denkens stark ausgeprägt ist, hat seine größten Defizite beim Bereich des Handelns. Wenn hingegen der Bereich des Fühlens stark ausgeprägt ist, wird das Denken eher vernachlässigt und bei den handlungsorientierten Typen ist das Fühlen am wenigsten ausgeprägt.

Die Eigenschaften der drei Typen:

Der Beziehungstyp

Der Beziehungstyp ist vor allem gesellig und gerne unterwegs. Seiner kommunikativen und begeisternden Art stehen Rastlosigkeit und eine schlechte Konzentrationsfähigkeit entgegen. Er ist zwar vielseitig interessiert, jedoch nur oberflächlich.

Der Sachtyp

Denken kennzeichnet den Sachtypen. Er erkennt schnell Zusammenhänge, ist wissbegierig und lernwillig, handelt jedoch eher selten. Unangenehme und praktische Dinge schiebt er gerne vor sich her. Ohne die notwendige Anerkennung verliert er schnell an Selbstsicherheit. Ohnehin ist er introvertiert und redet nicht gerne über Gefühle und Persönliches.

Der Handlungstyp

Dies ist der „Macher” unter den drei Typen. Er handelt entschlossen und kraftvoll. Man hört ihn bereits an seiner lauten und deutlichen Stimme und auch non-verbal wirkt er sehr dominant auf seinen Gegenüber. Der Handlungstyp hat genaue Vorstellungen und seine Überzeugungen, die er immer als richtig ansieht. Nicht nur im Umgang mit seinen Mitmenschen ist er schonungslos, auch sich selbst bringt er gerne an seine körperlichen Grenzen.

Das 4-Farben-Modell von Frank M. Scheelen

Mithilfe der Typologie von Frank M. Scheelen jedoch lässt sich eine andere Person schnell und sicher einschätzen. Die wichtigsten Punkte der menschlichen Persönlichkeit, wie Wertvorstellungen, was jemandem wichtig ist und was die Persönlichkeit ausmacht, werden hierbei unkompliziert geklärt. Dabei findet eine Einteilung nach den vier Farben rot, gelb, grün und blau statt.

Der rote Typ

Der Begriff Dominanz prägt den roten Typen. Die Charaktereigenschaften Entscheidungsfreude, Entschlossenheit, Kontrolle und eine Ziel- und Sachorientierung machen ihn in erster Linie ist. Er wird oft in der „oberen Etage” gefunden als Chef, Vorsitzender oder Manager. Er führt Menschen gerne an, sagt wo es lang geht und fühlt sich dabei nicht selten anderen überlegen. Von Natur aus ist diese Person neugierig und sucht Herausforderungen, da sonst Langeweile droht.

Wie gehe ich mit dem roten Typ um?

Lange um den Punkt herumreden oder unüberlegt drauf los reden, ist nicht empfehlenswert. Lieber einen Moment überlegen und dafür direkt und prägnant antworten. Auch eine Ausschmückung mit vielen überflüssigen Worten sollte lieber weggelassen und dafür schnell mit wenigen Worten alles Wichtige vermittelt werden. Also tritt dem roten Typ selbstbewusst entgegen und lass dich nicht einschüchtern.

Der gelbe Typ

Den gelben Typen kennzeichnet die Kontaktfreude. Dominante Charaktereigenschaften dabei sind Aufgeschlossenheit, Optimismus, Kreativität und Begeisterungsfähigkeit. Durch sein offenes Lächeln und seine Vertrauensseligkeit fängt er sein Gegenüber ein. Er redet gerne über Persönliches und braucht die Anerkennung von anderen Menschen. Routine mag der gelbe Typ überhaupt nicht und er lässt sich leicht von Dingen ablenken.

Wie gehe ich mit dem gelben Typ um?

Begegne dem gelben Typ mit der gleichen offenen, herzlichen und vertrauensseligen Art mit der er dir begegnet. Versuche eine persönliche Beziehung und eine angenehme Atmosphäre aufzubauen. Wichtig ist außerdem, dem gelben Typ die nötige Aufmerksamkeit und Anerkennung zu schenken.

Der grüne Typ

Der grüne Typ hat ein großes Harmoniebedürfnis. Dabei ist er vor allem einfühlsam und kümmert sich gerne um die Probleme von anderen Menschen. Oftmals wirkt er schüchtern, dabei jedoch immer freundlich und umgänglich. Auf den grünen Typen kann man sich zu einhundert Prozent verlassen. Er arbeitet gerne im Team als Teil eines großen Ganzen. Risiken scheut der grüne Typ und auch unüberlegte Entscheidungen kommen bei ihm niemals vor.

Wie gehe ich mit dem grünen Typ um?

Dem grünen Typ ist eine Vertrauensbasis zu seinem Gegenüber sehr wichtig. Daher sind Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und Verlässlichkeit ein Muss im Umgang mit dem grünen Typen. Die Tonalität sollte eher ruhig und entspannt, weniger laut, forsch und aufgeregt sein. Erwarte keine schnellen und spontanen Entscheidungen vom grünen Typen, sondern gib ihm Zeit zum Überlegen.

Der blaue Typ

Gewissenhaftigkeit kennzeichnet den blauen Typ. Von der introvertiert Art sollte man sich nicht täuschen lassen, da er sorgfältig analysiert und genauestens beobachtet. Dafür benötigt er viel Ruhe, Zeit und Wissen. Ordnung, Präzision und Disziplin sind ihm wichtig und seine Ansprüche an sich selbst sind sehr hoch. Ideale Jobs für ihn sind Buchhalter, Ingenieur oder Controller. Über Gefühle redet der blaue Typ kaum, dafür ist er zu fakten- und problemlösungsorientiert.

Wie gehe ich mit dem blauen Typ um?

Verwende viele seriöse Daten, Fakten und Wissen (am besten mit Belegen und Quellen), wenn du mit dem blauen Typen sprichst. Logisches Denken sollten die Konversation bestimmen und weniger „Gefühlsduselei”. Auch an Anekdoten oder kleine Geschichten hat der blaue Typ wenig Interesse. Dafür solltest du darauf achten, präzise und genau auf Fragen zu antworten und Nachlässigkeit vermeiden. Dränge den blauen Typen nicht zu spontanen und voreiligen Entscheidungen. Zumeist möchte er sich in Ruhe noch einmal alles überlegen, bevor er zu einer Entscheidung kommt. Die Tonalität im Umgang mit dem blauen Typen sollte tendenziell eher etwas zurückhaltender und nicht zu laut sein.

Hat nun jeder Mensch einfach eine Farbe?

Es wäre natürlich super, wenn wir jetzt jeden Menschen in eine rote, gelbe, grüne oder blaue Schublade stecken könnten, aber so einfach ist es leider (oder glücklicherweise) nicht. Bei Menschen dominiert in der Regel eine Farbe und die anderen Farben treten in den Hintergrund. Außerdem umfasst eine reale Persönlichkeit nicht immer alle Aspekte, die zu einem Persönlichkeitstyp gehören.

Jedoch gibt es auch besondere Situationen, in denen jeder Mensch seine eigentlich dominante Farbe wechselt und zwar in die komplementäre Farbe. Das heißt, der rote Typ wechselt zum grünen, der blaue Typ wechselt zum gelben und umgekehrt. Der primäre Auslöser dafür ist Stress. Dieses Hintergrundwissen ist wichtig, um sich nicht einem Menschen täuschen zu lassen. So schätzt du jemanden eventuell vollkommen falsch ein, weil sie ein bestimmtes Persönlichkeitsbild zeigt, dabei ist diese Person in der aktuellen Situation nur gestresst. Also hake im Kopf nicht einfach deine Liste mit Charaktereigenschaften ab und kategorisiere dein Gegenüber, sondern betrachte die Gesamtsituation.

Persönlichkeitsstörungen

Bei einer Persönlichkeitsstörung sind bestimmte Charaktereigenschaften der Persönlichkeit so extrem ausgeprägt, das sich daraus ernste Leidenszustände entwickeln. Eine Voraussetzung für die Diagnose Persönlichkeitsstörung ist, dass die jeweiligen Persönlichkeitsmerkmale der Betroffenen über die Lebensspanne weitestgehend unverändert bleiben.

Ein Beispiel für eine Persönlichkeitsstörung ist die narzisstische Persönlichkeit. Welche Eigenschaften fallen dir als Erstes ein, wenn du an einen Narzissten denkst? Selbstverliebtheit, Überheblichkeit, Arroganz? Ganz klar, dass muss ein roter oder Handlungstyp sein. Das ist so nicht richtig. Zum Krankheitsbild gehört außerdem ein verletzliches und unsicheres Selbstbild und negative Emotionen, wie Hilflosigkeit und Einsamkeit, auch wenn das auf den ersten Blick nach außen nicht so wirkt. Diese Eigenschaften passen jedoch eher zu anderen Farben, bzw. Typen.

Mithilfe dieses Beispiels soll deutlich werden, dass ein Mensch nicht immer zu hundert Prozent einem Typen zugeordnet werden kann. Das gilt für krankhafte Veränderungen wie hier ebenso wie für gesunde Menschen.

Jetzt bist du dran

Nun hast du zwei Modelle der Typenlehre kennengelernt. Versuche doch im ersten Schritt zunächst einmal dich selbst nach dem psychographischen und dem vier Farben Modell einzuschätzen. Welcher Typ und welches Modell dominieren bei dir? Verändert sich in bestimmten Situationen diese dominierenden Eigenschaften?

Wage dich im Anschluss gerne an dein Umfeld. So kannst du jeder Persönlichkeit typgerecht begegnen und besser mit ihnen zurechtkommen.

 

 

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